Die Welt des Onlinemarketings nimmt immer mehr an Fahrt auf und unterliegt dabei einem ständigen Wandel. Hier einen Überblick zu behalten, ist gerade für Führungskräfte eine schwere Aufgabe. Ziel dieses Artikels ist es, praxisrelevante Ansätze zu vermitteln.

Unter Onlinemarketing versteht man alle Marketing-Maßnahmen, die mit Hilfe des Internets erfolgen können. Dabei bietet der Verantwortungsbereich „Internetaktivitäten“ im Unternehmen eine der größten Herausforderungen. Da hier viele verschiedene Abteilungen betroffen sind (Vertrieb, Marketing, Recht, PR), bedarf es einem hohen Abstimmungsaufwand. Hierbei sollten Sie aber im Auge behalten, dass die Internetaktivitäten immer eine Frage von Geschwindigkeit sind. Der Kunde will schnelle Verortung und aktuelle Informationen und die Suchmaschinen belohnen zeitgemäße und gute Inhalte mit einem hohen Ranking. Das Onlinemarketing ist nicht mit dem bewährten Marketing, das wir von früher kennen, zu vergleichen.

Wichtig ist, hierbei zu erwähnen, dass alle Maßnahmen nicht als „Stand-Alone- Maßnahmen“ anzusehen sind, sondern vielmehr in eine zielführende Onlinemarketing-Strategie einmünden sollten. Hierbei stellt aus unserer Sicht die Internetseite eine zentrale Funktion dar. Von hier sollte jede Ihrer Interaktionen ausgehen und hier sollte auch jede Aktion wieder einmünden. Was das im Einzelnen bedeutet, wird in den jeweiligen Teildisziplinen näher erläutert.

Die Internetseite als zentrales Element der Onlinemarketingstrategie

Das Internet ist mit einer der interessantesten Absatzkanäle, die wir heute kennen. Jedoch sollte beim Aufbau der Internetseite vor allem Ihr Kunde, Ihre Zielgruppen und Google im Auge behalten werden und weniger das eigene Mitteilungsbedürfnis über das Produkt und die angebotene Dienstleistung. Dieses ist jedoch nicht allein das Problem der Internetseiten, sondern vielmehr auch bestehender Broschüren und Flyer. Die technische Basis, die Gestaltung und der thematische Aufbau der Internetseite sind dabei zentrale Bestandteile des Onlinemarketings. Dabei dient die Unternehmenswebsite sowohl der Kundenbindung durch Information, als auch der Werbung neuer Kunden durch Mehrwertkonzepte und Suchmaschinenmarketing. Die Marketingaufwendungen werden jetzt zum ersten Mal messbar und der Return on Investment greifbar, wenn im Vorfeld das Ziel der Internetseite definiert wurde (Besucher, Gewinnung neuer Adressen oder Onlineabschlüsse).

Bei der Konzeption der Internetseite ist weniger die Vollständigkeit des Unternehmensangebotes zu beachten, als die Übersichtlichkeit, die Bedienerfreundlichkeit und das Vorhandensein der „Schlüsselwörter“, wonach Ihr Kunde im Internet sucht. Hierzu gibt Ihnen das Tool „Keyword-Planner“ von Google eine erste und gute Verortung.

In der jüngsten Zeit ist durch den vermehrten Zugriff von mobilen Geräten auch die mobile Optimierung der Internetseite ein wichtiger Faktor. Setzt man die Technik des Responsive-Design ein, sorgt die Seite automatisch für eine perfekte Darstellung auf allen Geräten. So ist Ihr Internetauftritt vom Smartphone oder Tablet ebenso gut zu lesen und zu bedienen wie vom Laptop oder Desktop aus.

Ergänzen Sie die Internetseite um eine Blogfunktion, können hierbei auch automatisierte Prozesse in Gang gesetzt werden. Durch die Verknüpfung des Blogs mit den SocialMedia-Portalen wie Facebook oder Twitter und dem Newslettersystem (beispielweise über eine RSS-Funktion), werden die Berichte automatisiert von der Homepage in Facebook und Twitter gepostet sowie zu definierten Zeitpunkten über das Newslettersystem an den hinterlegten Empfängerkreis verschickt, um diese bei Interesse wieder mit einem Klick auf Ihre Homepage zu ziehen.

Tipp: Dies hilft Ihrem Unternehmen Personal und Geld zu sparen, die Reichweite zu erhöhen und die Sichtbarkeit mit automatisierten Prozessen zu verbessern.

Mehr Umsatz und Neukunden durch Suchmaschinenmarketing

Suchmaschinenmarketing (abgekürzt SEM für Englisch „Search Engine Marketing“) bezeichnet die Maßnahmen, die die Auffindbarkeit der Internetseite auf den Ergebnisseiten von Suchmaschinen steigern. Suchmaschinenmarketing umfasst Suchmaschinenwerbung (SEA) und Suchmaschinenoptimierung (SEO).

Beim Suchmaschinenmarketing wird beispielsweise über Google-Adwords eine Anzeige für die Google-Suche geschaltet. Jetzt erscheint Ihre Werbung auf den ersten drei Treffern bei Google oder rechts am Rand. Hier können Sie mit Ihrem Firmennamen, einem Produkt oder einem Vorteil werben, um den Anwender auf
Ihre Internetseite zu locken.

Beim Aufbau der Internetseite sollte man der Suchmaschinenoptimierung bereits viel Beachtung schenken. Folgende Faktoren haben Einfluss auf die Suchmaschinenoptimierung:

Keywords:

Die Keywords drücken aus, wonach Ihre Zielgruppe im Zusammenhang mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung sucht. Darum ist es die wichtigste Disziplin im Vorfeld die perfekten Keywords zu finden. Ist das wichtigste Keyword in Ihrem Domainnamen (Internetadresse) enthalten? Wenn nicht, ist ein wichtiger Bestandteil für die Suchmaschinen, dass Ihre Seite für die Kundensuche interessant sein könnte, verloren gegangen!
Jetzt sollte Ihre Seite noch sauber programmiert sein und die Texte SEO-optimiert gestaltet werden mit einer internen Linkstruktur und Verlinkungen auf interessante Seiten nach außen.
SEO-optimierter Text heißt: Das Keyword sollte auf den entsprechenden Seiten in einer guten Anzahl (ca. 3% der Textlänge) vertreten sein, um Google einen interessanten Text zu signalisieren, aber Ihren Kunden nicht beim Lesen stören. Alles, was Google auf Ihrer Seite sieht, können Sie mit der Tastenkombination „strg“ und „a“ testen. Was markiert wurde, ist das, was Google lesen kann. Alles andere ist für Google nicht auffindbar.

In diesem Zusammenhang sollte das Keyword in folgenden Internetseiten-Bestandteilen verankert sein: Titel der Webseite, einer H1, H2, H3 und Überschrift, dem ersten Satz auf der Webseite, im letzten Satz und in einem Bild

Wenn jetzt noch andere Internetseiten wie Online-PR-Portale oder die SocialMedias auf Ihre Homepage verweisen (sogenannte Backlinks), ist das für die Internetseite sehr von Vorteil. Bei diesem Vorgang spricht man von Offpage-Optimierung.

SocialMedia

Bei den SocialMedia Portalen verhält es sich wie mit allen Aktivitäten: ohne Konzept kein Erfolg! Hier bestehen enorme Chancen, aber auch Risiken. Hiermit können Sie schnell und kostengünstig ein großes Publikum ansprechen sowie eine dauerhafte digitale Verbindung zwischen Ihrem Unternehmen und Ihren Kunden erreichen. Nebenbei ist es ein gutes Kommunikationsmittel, ähnlich dem E-Mail-Account. Sie haben von Ihrem Follower ein Opt-In (Ansprecherlaubnis), um ihm Nachrichten zukommen zu lassen. Das Opt-In oder auch Doppel-Opt-In stellt in den meisten Kundenbeständen der Unternehmen ein erhebliches Problem dar (das Thema Opt-In wird in diesem Kapitel unter E-Mail näher beleuchtet).

Sehen Sie SocialMedia als Chance, denn die SocialMedia-Kanäle wie Facebook, Twitter oder Google+ sind eine einzigartige Möglichkeit, Kundennähe zu demonstrieren. Hier besteht für Sie eine gute Gelegenheit, den Dialog mit Ihrem Kunden zu suchen und ihm auf dem direktesten aller Wege Informationen zukommen zu lassen.

Welche Risiken bestehen? In den 80er und 90er Jahren hat sich der Kunde telefonisch oder postalisch an sein Unternehmen gewendet. Heute wird er sich in den Blog’s und SocialMedia‘s verbal zu Wort melden, ob es Ihnen gefällt oder nicht. Er wird dabei weniger Lob und gute Erfahrungen teilen, sondern vielmehr Kritik üben. Dies wurde speziell für Versicherer in der Studie von Roland Berger Strategy Consultants zum Thema: „Imageschaden 2.0: Kritik in Social Media ist für Versicherer eine wachsende Gefahr“ sehr intensiv beleuchtet.

Tipp: Dies wiederum kann für Unternehmen aber auch die Chance sein, die Kritik aufzugreifen und an ihrem Image zu arbeiten.

Rechtssicheres Newsletter-Marketing

Das Newsletter-Marketing ist eine der Pflichtdisziplinen im Online-Marketing-Mix. Die direkte Kundenansprache durch den Newsletter stellt eine der effektivsten Möglichkeiten für den Geschäftserfolg dar. Die E-Mail bietet weitreichende Möglichkeiten im Bereich der Kundengewinnung und Kundenbindung. Jedoch gibt es für das Versenden von Newslettern inzwischen rechtliche Spielregeln, die beachtet werden sollten. Denn: Ohne Einwilligung der Empfänger ist das Versenden von Werbe-Mails verboten. Deshalb sollte das Newsletter-Marketing fest in den Vertriebsprozess integriert werden. Auf der Interseite sollte hinter der Newsletter-Anmeldung ein „Double-Opt-In-Verfahren“ sicherstellen, dass eine Einwilligung des Abonnenten vorliegt.
Auch bei Bestandskunden können ohne weitergehende Einwilligung nur eigene ähnliche Angebote per Newsletter beworben werden.

Ihr guter Ruf im Netz (Online-Reputation-Management)

Wissen Sie, was über Sie und Ihr Unternehmen im Netz gesprochen wird?
Im Zusammenhang mit den SocialMedia-Portalen, den starken Verbraucherportalen und Blog’s rückt das Thema Online-Reputation immer mehr in den Fokus. Damit geht heute vom Kunden eine ungeahnte Macht über Ihre Person und Ihr Unternehmen aus.

Was dort über Sie gesprochen wird und wie sich das auf das Google-Ranking Ihrer Internetseite auswirkt, müssen Sie im Blick behalten. In diesem Thema sollte bei bereits bestehenden Problemen umgehend gehandelt werden. In jedem Fall sollte aber Vorsorge getroffen werden und eine Strategie vorhanden sein, um solchen aufkommenden Äußerungen zu begegnen. Ein perfekt funktionierendes Monitoring-System für SocialMedia, Blogs wie Verbraucher-, Artikel und Presseportale sowie Google selbst wird dabei ein unerlässliches Werkzeug für Ihr Unternehmen.

Zusammengefasst
Das Internet birgt enorme Absatzpotenziale für Ihr Unternehmen. Es gilt, jetzt mit seinem Internetauftritt und gut gemachten Mehrwertkonzepten den Kunden von sich zu begeistern und einen signifikanten Marktvorsprung herauszuarbeiten.